Das Fahrrad spielt in München eine Rolle, die über Freizeitnutzung längst hinausgeht. Die Stadt gehört zu den deutschen Großstädten mit vergleichsweise hohem Radverkehrsanteil – auch wenn das Netz an manchen Stellen lückenhaft bleibt und der Konflikt zwischen Rad, Auto und ÖPNV im Alltag spürbar ist. Wer hier täglich pendelt, kennt das: volle Radwege in der Innenstadt, wenig Platz, viel Tempo.
Die Topografie macht einen Unterschied. München selbst ist weitgehend flach, aber wer am südlichen Stadtrand wohnt oder in Richtung Umland pendelt, merkt schnell, dass leichte Steigungen auf Dauer an den Kräften zehren. E-Bikes haben sich deshalb nicht nur als Freizeitgerät etabliert, sondern auch als ernsthaftes Pendelmittel. Im flacheren Norden und Nordwesten der Stadt reicht ein solides Cityrad oder Trekkingrad für die meisten Alltagswege. Wer regelmäßig längere Strecken ins Umland fährt – etwa ins Münchner Umland Richtung Dachau oder Erding – ist mit einem Trekkingrad gut bedient, das Komfort und Reichweite verbindet.
Die 153 Fahrradgeschäfte in München decken ein breites Spektrum ab. 128 davon betreiben eine eigene Werkstatt – das ist für Wartung, Reparatur und schnelle Pannenhilfe ein echter Vorteil. 44 Händler haben zusätzlich einen Online-Shop. Bei den Marken dominiert GT mit 66 Händlern, gefolgt von Diamant (30), Kalkhoff und Gazelle (je 25) sowie Trek (23). Focus (21), KTM (20) und Urban Arrow (19) sind ebenfalls gut vertreten. Urban Arrow – ein Lastenradspezialisten – mit 19 Händlern zeigt, dass der Markt für Cargobikes in München real ist, nicht nur ein Trend auf Papier.
Ein Fahrrad online zu bestellen klingt bequem, bis das erste Problem auftritt. Schaltung verstellt, Bremsen quietschen, Rahmengröße doch nicht passend – all das löst kein Paketdienstleister. Ein lokaler Händler kennt die Strecken, die du fährst, kann die Sitzposition einstellen und ist da, wenn nach drei Wochen etwas klemmt. Bei einer Anschaffung, die du täglich nutzt, ist das keine Kleinigkeit.