Das Fahrrad spielt in Köln eine Rolle, die sich mit den Jahren verändert hat. Die Stadt ist flach genug, um Alltagsstrecken problemlos mit dem Rad zu bewältigen – zumindest im innerstädtischen Bereich und in weiten Teilen der linksrheinischen Ebene. Rechts des Rheins wird das Gelände hügeliger, was den Einsatz von E-Bikes plausibel macht. Köln ist keine ausgewiesene Fahrradstadt nach Münster-Maßstab, aber der Alltagsradverkehr hat in den letzten Jahren sichtbar zugenommen.
Für die meisten Kölner Verhältnisse eignen sich Citybikes und Trekkingrads gut – Alltagstauglichkeit steht vor Sportlichkeit. Wer pendelt, greift zunehmend zum E-Bike, gerade wenn die Strecke länger wird oder das Gepäck schwerer. Lastenräder sind im Stadtbild präsent, vor allem in dichter besiedelten Vierteln. Rennräder und MTBs finden ihren Platz eher am Wochenende, wenn es in Richtung Eifel oder Bergisches Land geht.
95 Fahrradgeschäfte sind für eine Großstadt wie Köln eine ordentliche Dichte. Bemerkenswert: 89 davon betreiben eine eigene Werkstatt – wer sein Rad zur Inspektion bringen will, hat also kaum weite Wege. Das Markenangebot spiegelt die Bandbreite gut wider. GT taucht bei 41 Händlern auf und deckt das Einsteiger- bis Mittelsegment ab. Gazelle (17), Kalkhoff (11) und Diamant (15) stehen für alltagsorientierte Räder mit solidem Ruf. Riese & Müller ist bei 14 Händlern gelistet – das deutet auf ein gewisses E-Bike-Angebot im oberen Preissegment hin. Brompton bei 11 Händlern zeigt, dass auch Faltrad-Pendler hier bedient werden. 30 Händler betreiben zusätzlich einen Online-Shop, falls du vorab stöbern willst.
Ein Fahrrad ist keine Kaufentscheidung, die man gut im Vorbeigehen trifft. Rahmengröße, Geometrie, Ausstattung – das sind Dinge, die sich im Gespräch und bei einer Probefahrt klären, nicht im Warenkorb. Ein lokaler Händler kann das Rad außerdem auf dich einstellen, Zubehör einbauen und bei Problemen schnell reagieren. Das ist kein Argument gegen Online-Angebote, aber ein gutes Argument dafür, zumindest dort anzufangen.