Hercules gehört zu den ältesten Fahrradmarken Deutschlands, wobei das genaue Gründungsjahr und die aktuelle Eigentümerstruktur im Laufe der Jahrzehnte mehrfach gewechselt haben. Heute wird die Marke unter dem Dach von Accell geführt, einem niederländischen Fahrradkonzern, der auch Batavus und Raleigh im Portfolio hat. Der Markenkern bleibt dabei erkennbar deutsch positioniert – auf Alltagstauglichkeit ausgerichtet, nicht auf Nischensport.
Das Sortiment konzentriert sich auf Trekkingräder, Cityräder und E-Bikes für den urbanen und halburbanen Alltag. Elektrisch angetriebene Trekkingräder und Citybikes machen heute den größten Teil des Angebots aus. Das ist kein Zufall: Hercules hat früh auf das Thema E-Bike gesetzt und bedient damit vor allem Käufer, die ein verlässliches Alltagsrad suchen – keine Rennmaschine, kein Trailbike. Sportlich-aggressive Kategorien wie Fully-MTBs oder Rennräder spielen eine untergeordnete Rolle.
Preislich bewegt sich Hercules überwiegend im Mittelklasse-Bereich. Wer ein Einstiegs-E-Bike unter 1.500 Euro sucht oder ein Trekkingrad im Bereich 800 bis 1.800 Euro, liegt bei Hercules im richtigen Regal. Nach oben gibt es Modelle mit Markenmotoren, die in der 2.500- bis 3.500-Euro-Zone landen. Damit trifft die Marke auf Bulls, Pegasus und teilweise Cube – alles Anbieter, die ähnliche Käufergruppen ansprechen. Von Spezialisten wie Riese & Müller oder Trek ist Hercules konzeptionell weit entfernt.
Von den 763 Händlern in Deutschland haben 729 eine eigene Werkstatt – das ist eine Abdeckung von über 95 Prozent. Bei Marken wie Hercules, deren Räder oft täglich genutzt werden, ist das kein unwichtiges Detail. Ein E-Bike mit Motorproblem oder eine defekte Schaltung lässt sich nicht per Paketversand lösen. Der Fachhandel vor Ort kennt die Modelle, hat Ersatzteile auf Lager und kann die Einstellung individuell anpassen. Besonders in Städten wie Hamburg mit 20 Händlern oder Berlin mit 17 ist die Auswahl groß genug, um auch Preise und Service zu vergleichen.