Wenn im Bekanntenkreis KTM fällt, geht es meistens um ein Trekkingrad oder ein E-Bike für den Alltag. Die österreichische Marke – nicht verwandt mit dem Motorradhersteller – hat sich über Jahrzehnte eine treue Zielgruppe aufgebaut, die verlässliche Alltagsräder sucht und keinen Aufpreis für Markenimage zahlen will. Wer ein City- oder Trekkingrad mit solidem Auftritt sucht, liegt mit KTM in einem Atemzug mit Bulls oder Stevens. Wer dagegen ein Race-Hardtail oder ein High-End-Gravel-Bike sucht, schaut eher woanders.
Das Sortiment konzentriert sich auf Trekkingräder, urbane Alltagsräder und E-Bikes in beiden Kategorien. Mountainbikes gibt es, sie spielen aber nicht die Hauptrolle. Preislich startet KTM im Einsteigersegment und reicht bei den E-Bikes bis in den gehobenen Mittelklasse-Bereich – grob gesagt von unter tausend Euro für ein einfaches Cityrad bis in den vierstelligen Bereich für vollausgestattete E-Trekkingräder mit Mittelmotor. Die Ausstattungsphilosophie ist pragmatisch: bewährte Komponenten von Shimano, Antriebe von Bosch oder Bafang je nach Preislage, keine Experimente mit Exoten-Teilen. Das macht die Räder wartungsfreundlich – was bei einem Alltagsrad mehr wert ist als ein schickes Schaltwerk.
Bei der Probefahrt lohnt es sich, auf die Sitzposition zu achten. KTM baut seine Trekkingräder eher aufrecht, was für den Pendelweg funktioniert, aber nicht für längere sportliche Touren. Fahr mehrere Rahmengrößen, der Unterschied zwischen S und M kann je nach Modell spürbar sein. Beim E-Bike: Teste den Motor im Anstieg, nicht nur auf der Ebene. Bosch-Antriebe verhalten sich hier anders als Bafang, und das merkst du erst wenn's bergauf geht. Schau dir auch den Akku-Zugang an – bei manchen Modellen ist er komfortabler gelöst als bei anderen.
937 Händler in Deutschland ist eine gute Abdeckung. Wichtiger noch: 893 davon haben eine eigene Werkstatt. Das bedeutet, du kaufst nicht bei jemandem, der nur Boxen verkauft. Gerade bei E-Bikes ist das relevant – Software-Updates, Bremseinstellungen nach der Einfahrphase, Akkupflege über Winter. In München (20 Händler), Berlin (19) und Hamburg (15) hast du die Wahl zwischen mehreren Betrieben. In kleineren Städten ist es oft einer, der dafür den Service kompensieren muss. Frag beim Kauf direkt: Wer macht die Wartung, und wie schnell komme ich an einen Termin?