Bonn ist keine Fahrradstadt wie Münster – aber auch keine, die Radfahrer komplett ignoriert. Die Stadt liegt am Rhein, das Gelände in der Innenstadt ist weitgehend flach, doch wer in Richtung Siebengebirge schaut, merkt schnell, dass es nach Süden und Osten hügeliger wird. Alltagsradeln in der Ebene ist möglich. Ambitioniertere Touren in die umliegende Mittelgebirgslandschaft auch.
Das Publikum ist gemischt. Bonn ist Universitätsstadt – Studierende pendeln per Rad zwischen Campus, Mensa und Wohnheim. Dazu kommen Berufspendler, die das Fahrrad als ernstes Verkehrsmittel nutzen, und Familien, die vor allem ein zuverlässiges Alltagsrad suchen. Sportlich orientierte Fahrer, die Touren ins Siebengebirge oder ans Rheinufer fahren, sind ebenfalls Teil des Bildes.
26 Fahrradgeschäfte für eine Stadt dieser Größe ist eine solide Dichte. Bemerkenswert: 24 davon betreiben eine eigene Werkstatt. Das sagt etwas Konkretes aus – nämlich, dass Reparatur und Service hier nicht Nebensache sind. Wer ein defektes Rad hat, findet praktisch überall Anlaufstellen. Nur 6 Händler haben zusätzlich einen Online-Shop, der Rest setzt auf das stationäre Geschäft. Für dich als Käufer bedeutet das: persönliche Beratung ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.
Das Markenspektrum passt zu dieser Käufermischung. GT taucht bei 13 Händlern auf – eine Marke mit Wurzeln im Sport- und Mountainbike-Segment, aber längst auch im Alltagsbereich präsent. Gazelle (7 Händler) und Kalkhoff (5) stehen für das klassische Alltagsrad, verlässlich und pragmatisch. Velo de Ville (6) und Riese & Müller (5) decken das Premiumsegment ab, besonders bei E-Bikes. Giant (6) ist eine breite Mitteklasse-Marke. Und Puky (5 Händler) zeigt, dass Kinderräder im Sortiment kein Randthema sind. Wer eine Familie ausstatten oder ins E-Bike-Segment einsteigen will, findet beides vor Ort.