Gegründet 1993 von Markus Riese und Heiko Müller, sitzt das Unternehmen in Mühltal bei Darmstadt. Was als Projekt zweier Ingenieure begann, ist heute eines der bekanntesten deutschen E-Bike-Labels – und geblieben ist der technische Anspruch, der von Anfang an da war. Riese & Müller gehört seit einigen Jahren mehrheitlich zum schwedischen Beteiligungsunternehmen Novax, produziert aber weiterhin in Deutschland.
Das Sortiment dreht sich fast vollständig um E-Bikes. Cityräder, Lastenräder und Trekkingräder mit elektrischer Unterstützung bilden den Kern. Daneben gibt es E-MTBs und Fully-Varianten für den Offroad-Einsatz. Klassische Fahrräder ohne Motor spielen kaum eine Rolle – das ist eine bewusste Entscheidung, keine Lücke. Wer einen Riese & Müller kauft, kauft ein Elektrorad. Bosch-Motoren sind dabei die Regel, die Ausstattungsvarianten pro Modell oft erschlagend viele.
Preislich beginnt das Sortiment selten unter 3.000 Euro, nach oben gibt es fast keine Grenze – vollgefederte Lastenräder oder E-MTBs mit großem Akku kosten schnell 7.000 bis 10.000 Euro und mehr. Das ist kein Mittelklasse-Angebot. Die direkte Konkurrenz kommt von Marken wie Tern im Lastenrad-Bereich, Canyon oder Specialized im E-MTB-Segment und von Kalkhoff oder Gazelle bei urbanen Alltagsrädern – wobei letztere deutlich tiefer im Preis einsteigen. Riese & Müller adressiert Käufer, die das Rad als ernsthaftes Transportmittel oder als sportliches Equipment sehen – und bereit sind, dafür entsprechend zu investieren.
609 der 625 deutschen Händler betreiben eine eigene Werkstatt. Das ist bei dieser Marke kein netter Bonus, sondern praktisch notwendig: Räder in dieser Preisklasse mit komplexer Elektronik, Full-Suspension-Komponenten oder Lastenrad-Mechanik brauchen kompetente Wartung. Hamburg (20 Händler), Berlin (18) und Köln (14) haben die dichteste Abdeckung, aber auch in Dresden, Frankfurt und München findest du mehrere Anlaufstellen. Wer ein Riese & Müller-Rad kaufen will, tut das sinnvollerweise vor Ort – zur Probefahrt, zur Beratung beim Ausstattungswirrwarr und wegen des Serviceaufwands danach.